Studien
Studien im Überblick
Jede Erkältungszeit bringt neue Schlagzeilen: „Forscher haben den Durchbruch geschafft“, „das Mittel, über das Ärzte schweigen“, „Schutz sofort und für immer“. Um sie einzuordnen, braucht es kein Medizinstudium – es genügen ein paar einfache Fragen, die Sie jeder Gesundheitsnachricht stellen können.
Je lauter das Versprechen, desto gelassener sollten Sie es prüfen: Echte Wissenschaft sagt selten „garantiert“ und fast nie „für alle“.
Was im Großen und Ganzen bekannt ist
| Thema | Was laut WHO bekannt ist | Was wir nicht behaupten |
|---|---|---|
| Übertragung | Das Virus wird beim Husten, Niesen und über verschmutzte Hände übertragen | Dass eine einzelne Maßnahme vollständig schützt |
| Saison | In gemäßigtem Klima treten Grippewellen vor allem im Winter auf | Wann genau die Grippewelle in Ihrer Stadt beginnt |
| Verlauf | Die meisten Menschen erholen sich in etwa einer Woche | Wie die Krankheit bei einer bestimmten Person verläuft |
| Impfung | Die Impfung ist die wirksamste Form der Vorbeugung und wird jährlich empfohlen | Ob Sie persönlich eine Impfung brauchen: Das entscheidet die Ärztin oder der Arzt |
| Risikogruppen | Schwangere, kleine Kinder, ältere und chronisch kranke Menschen haben ein höheres Risiko | Wie hoch das Risiko für eine einzelne Person ist |
So lesen Sie eine Nachricht über ein „Wundermittel“
Wer hat die Studie durchgeführt?
Eine seriöse Nachricht verweist auf eine wissenschaftliche Arbeit und nennt die Einrichtung, die sie durchgeführt hat. Ist die Quelle nur „ausländische Forscher“ ohne Namen und Institution, ist Vorsicht angebracht.
An wem wurde getestet?
Versuche an Zellen oder Tieren und Beobachtungen an einer kleinen Gruppe von Menschen sind erst der Anfang. Solche Ergebnisse lassen sich nicht auf alle Erwachsenen und Kinder übertragen.
Womit wurde verglichen?
Eine verlässliche Prüfung vergleicht ein Mittel mit einem Placebo oder dem üblichen Vorgehen. Ohne einen solchen Vergleich lässt sich kaum sagen, ob das Mittel geholfen hat oder ob die Person einfach von selbst gesund geworden ist, wie es meist der Fall ist.
Wozu werden Sie aufgefordert?
Endet ein Text mit einem Bestellknopf oder einem Rabattcode, haben Sie eher Werbung als eine Wissenschaftsnachricht vor sich. Seriöse Beiträge raten dazu, die Entscheidung mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.
Wie klingen die Versprechen?
„Für immer“, „sofort“, „ohne Nebenwirkungen“ und „für die ganze Familie“ sind Wörter aus Werbetexten. Die Medizin drückt sich in der Regel vorsichtiger aus.
Mythen, die Sie vergessen können
- „Antibiotika helfen, die Grippe schneller loszuwerden“ – Antibiotika wirken nicht gegen Viren, und Grippe wie andere Atemwegsinfekte werden durch Viren verursacht
- „Die Krankheit muss man ausschwitzen“ – das sind Familienrituale, keine Behandlung; was bei Fieber sinnvoll ist und was nicht, sagt Ihnen die Ärztin oder der Arzt
- „Grippe ist doch nur eine starke Erkältung“ – Grippe kann schwer verlaufen und zu einer Lungenentzündung führen, besonders bei Menschen aus Risikogruppen
- „Eine Impfung reicht für Jahre“ – der Schutz lässt mit der Zeit nach und die Viren verändern sich, deshalb empfiehlt die WHO die jährliche Impfung
- „Wer trotzdem arbeiten geht, merkt die Krankheit kaum“ – zu Hause erholt man sich schneller und steckt niemanden an
Lesen Sie auch
- Pflege zu Hause
Pflege von Erkrankten ohne Arzneimittel: Ruhe, Trinken, frische Luft, eigenes Geschirr und ein aufmerksamer Blick auf das Befinden.
- Quellen
Worauf sich der Ratgeber stützt, wo seine Grenzen liegen und wie Sie ihn in der Erkältungszeit sinnvoll nutzen.
- Glossar
Begriffe rund um Grippe und Erkältung einfach erklärt: von Inkubationszeit und Virusstamm bis zu Placebo und Krankschreibung.
- Themen
Grippe, andere Atemwegsinfekte, hartnäckiger Husten, Saison und Risikogruppen nach Themen geordnet. Hier finden Sie auch den Beitragskatalog.
Quellen
- WHO – Faktenblatt „Saisonale Influenza“
- Russische Gesundheitsbehörden sowie die Gesundheitsbehörde Ihres Landes – allgemeine Empfehlungen
Der Beitrag stützt sich auf allgemeine Erkenntnisse zur saisonalen Grippe, die zum Zeitpunkt der Erstellung bekannt sind. Empfehlungen werden für jede Saison aktualisiert – was für Sie und Ihre Familie passt, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.