Unabhängiger Ratgeber zu Grippe und Erkältung. Ersetzt keine ärztliche Beratung, stellt keine Diagnosen, verordnet und bewertet keine Arzneimittel; ohne Verbindung zur früheren Website unter dieser Domain. Bei Lebensgefahr wählen Sie in Russland die 112 (oder die Notrufnummer Ihres Landes).

Vorbeugung

Vorbeugung

Vollständig schützen kann man sich vor saisonalen Viren nicht, aber das Risiko zu erkranken und die Infektion an Angehörige weiterzugeben, lässt sich durchaus senken. Vorbeugung besteht größtenteils aus einfachen Alltagsgewohnheiten – und aus einer wichtigen Entscheidung, die Sie vor Beginn der Saison mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen sollten.

Die beste Vorbeugung sieht unspektakulär aus: gewaschene Hände, ein geöffnetes Fenster und die rechtzeitige Entscheidung, zu Hause zu bleiben.

— Gedanke der Redaktion

Was Sie brauchen

  • Zeit für ein Gespräch über die Impfung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt
  • Seife an jedem Waschbecken und saubere Handtücher
  • Papiertaschentücher und einen Mülleimer mit Deckel dafür
  • Ein Thermometer, das im Haus ist und funktioniert
  • Eine Liste wichtiger Nummern: in Russland 112 und 103 (oder die Notrufnummer Ihres Landes) sowie Ihre Hausarztpraxis
  • Eine Absprache in der Familie, wer wen vertritt, falls jemand krank wird
  1. Besprechen Sie die Impfung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt

    Die WHO bezeichnet die Impfung als wirksamste Form der Grippevorbeugung. Der Schutz lässt mit der Zeit nach, und die Zusammensetzung der Impfstoffe wird regelmäßig an die Viren angepasst, die in der neuen Saison zirkulieren – deshalb wird die Impfung jährlich empfohlen. Die Entscheidung für jedes Familienmitglied trifft die Ärztin oder der Arzt.

    Ein fiktives Beispiel: Beim Termin im Herbst erwähnt eine Frau, dass sie ein Kind erwartet, und die Ärztin erklärt ihr gesondert, was das für ihre Entscheidung über die Impfung bedeutet.

  2. Machen Sie Händewaschen zur Gewohnheit

    Waschen Sie sich die Hände nach dem Heimkommen, nach Bus und Bahn und vor dem Essen und trocknen Sie sie gründlich ab. Das Virus gelangt nicht nur über die Luft in den Körper, sondern auch über verschmutzte Hände, wenn wir Augen, Nase oder Mund berühren.

    Ein fiktives Beispiel: Eine Familie hängt an die Wohnungstür einen kleinen Zettel „Erst die Hände“, und bald vergisst es niemand mehr.

  3. Husten und niesen Sie richtig

    Halten Sie sich beim Husten und Niesen ein Taschentuch vor Mund und Nase und werfen Sie es danach sofort weg. Ist gerade kein Taschentuch zur Hand, nutzen Sie die Armbeuge statt der Handfläche.

    Ein fiktives Beispiel: Im Flur stehen eine Taschentuchbox und ein Mülleimer mit Deckel – so merken sich Kinder die Regel leichter als durch mündliche Erinnerungen.

  4. Lüften Sie die Räume

    Lassen Sie regelmäßig frische Luft herein, besonders in Schlafzimmern und dort, wo die ganze Familie zusammenkommt. Lüften Sie so, dass niemand im Durchzug friert.

    Ein fiktives Beispiel: Während die Eltern das Kinderzimmer lüften, frühstücken die Kinder in der Küche und kehren danach in einen frisch gelüfteten Raum zurück.

  5. Halten Sie Abstand zu Erkrankten

    Vermeiden Sie nach Möglichkeit engen Kontakt mit Menschen, die Erkältungsanzeichen haben. Das gilt für Gäste und Kollegen ebenso wie für Verwandte, die trotz Husten zu Besuch kommen.

    Ein fiktives Beispiel: Die Großmutter mit Schnupfen verschiebt den Besuch bei den Enkeln auf die nächste Woche, und alle telefonieren in Ruhe per Video.

  6. Bleiben Sie zu Hause, wenn Sie sich unwohl fühlen

    Wenn Sie Fieber oder Schwäche spüren oder zu husten beginnen, gehen Sie nicht zur Arbeit, Schule oder Uni. So schonen Sie sich selbst und die Menschen um Sie herum. Wie die Krankmeldung abläuft, erfahren Sie in Ihrer Arztpraxis und bei Ihrer Personalabteilung.

    Ein fiktives Beispiel: Ein Mitarbeiter mit Fieber am Morgen schreibt seiner Vorgesetzten, dass er zu Hause bleibt, und vereinbart, dringende Aufgaben an eine Kollegin zu übergeben.

  7. Sprechen Sie einen Plan für den Krankheitsfall durch

    Legen Sie fest, in welchem Zimmer sich eine erkrankte Person ausruhen kann, wer eigenes Geschirr und Handtuch bekommt, wer einkauft und die Kinder abholt. Notieren Sie die russischen Nummern 112 und 103 (oder die Notrufnummer Ihres Landes) sowie die Nummer Ihrer Hausarztpraxis gut sichtbar.

    Ein fiktives Beispiel: Beim Abendessen beschließt die Familie, dass ein erkrankter Erwachsener ins Wohnzimmer umzieht und der andere den Schulweg übernimmt.

Häufige Fehler

  • Das Gespräch über die Impfung bis zum Höhepunkt der Grippewelle aufschieben
  • Mit Fieber zur Arbeit gehen, „um die Kollegen nicht im Stich zu lassen“
  • In die Hand husten und danach Türklinken anfassen
  • Die Fenster den ganzen Winter aus Angst vor Zugluft geschlossen halten
  • Die Hausapotheke nach Tipps aus dem Internet zusammenstellen, statt mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen
  • Davon ausgehen, dass eine Impfung aus früheren Jahren lange reicht

Wenn es so nicht klappt

  • Wenn ein Arzttermin schwer zu bekommen ist, notieren Sie Ihre Fragen zur Impfung vorab und stellen Sie sie beim nächsten regulären Termin
  • Wenn kein Waschbecken in der Nähe ist, waschen Sie die Hände bei der nächsten Gelegenheit und berühren Sie bis dahin nicht Ihr Gesicht
  • Wenn sich kein eigenes Zimmer für die erkrankte Person einrichten lässt, trennen Sie eine Ecke für sie ab und lüften Sie häufiger
  • Wenn Ihre Arbeit es nicht erlaubt, zu Hause zu bleiben, besprechen Sie schon vor der Saison mit Ihrer Führungskraft die Möglichkeit von Homeoffice

Prüfen Sie sich selbst

  • Ich weiß, wann und mit wem ich in dieser Saison über die Impfung spreche
  • An jedem Waschbecken gibt es Seife und ein sauberes Handtuch
  • Im Haus sind Taschentücher und ein funktionierendes Thermometer
  • Die Familie weiß, dass man bei Unwohlsein zu Hause bleibt
  • Wir haben entschieden, wo sich eine erkrankte Person ausruht und wer sie versorgt
  • Die Nummern 112, 103 (oder die Notrufnummer unseres Landes) und die der Hausarztpraxis hängen gut sichtbar
  • Themen

    Grippe, andere Atemwegsinfekte, hartnäckiger Husten, Saison und Risikogruppen nach Themen geordnet. Hier finden Sie auch den Beitragskatalog.

  • Pflege zu Hause

    Pflege von Erkrankten ohne Arzneimittel: Ruhe, Trinken, frische Luft, eigenes Geschirr und ein aufmerksamer Blick auf das Befinden.

  • Fragen an Ärzte

    Was Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt fragen können: zur Impfung, zur Krankheit zu Hause, zu Kindern, älteren Angehörigen und chronischen Erkrankungen.

  • Glossar

    Begriffe rund um Grippe und Erkältung einfach erklärt: von Inkubationszeit und Virusstamm bis zu Placebo und Krankschreibung.

Quellen

  • WHO – Faktenblatt „Saisonale Influenza“
  • Russische Gesundheitsbehörden sowie die Gesundheitsbehörde Ihres Landes – allgemeine Empfehlungen
  • Russische Gesundheitsbehörden – saisonale Empfehlungen

Der Beitrag stützt sich auf allgemeine Erkenntnisse zur saisonalen Grippe, die zum Zeitpunkt der Erstellung bekannt sind. Empfehlungen werden für jede Saison aktualisiert – was für Sie und Ihre Familie passt, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.